Sunday, December 17, 2006

 

On the road...

Ich weiss, niemand wird einen langen Text lesen, deshalb ich kleine Übertitle vor Textabschnitte gesetzt. So könnten Ihr meinen langen Bericht wie einen Adventskalender lesen… Ich wünsche Euch viel Spass!

Studium

Nun, ich habe mein erstes Semester anfangs November abgeschlossen. Was das bedeutet: erstens einmal, habe ich wieder Ferien und eine erste gute und positive Erfahrung betreffend Austauschjahr gemacht. Mein erstes Semester hat sich nicht nur ums Studium selber gedreht, sondern auch um die vielen Erfahrungen mit Studenten aus verschiedensten Nationen und ihren kulturellen Einflüssen. Ich habe folglich nicht nur ein Studium der Wirtschaft, sondern auch ein „Studium des Lebens“ (endlich kann ich diesen Ausdruck auch einmal ernsthaft gebrauchen) erfahren. An der Uni habe ich viel Neues gelernt, auch betreffend Arbeitsweise und Vorgehen beim Schreiben von Arbeiten. Aber, wie Wulli gestern beim Feierabendbier bemerkt hatte, ist das Studium das Kleinste, was ich in meinem Austauschjahr mache… Die andere Seite, und wohl auch viel schönere Seite, sind die neu gewonnen Freundschaften. Schade ist nur, dass bis auf wenige, die meisten Freunde Auckland verlassen haben und wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind… In den letzten Tagen des Studiums ist viel Wehmut und Tristesse in der Luft gelegen. Ist man sich doch nie sicher, ob man sich wieder trifft. Und falls man sich wieder trifft, wird man sich in einem ganz anderen Umfeld und Lebenssituation treffen. Ich wage zumindest zu hoffen, dass man sich in Europa nochmals trifft. Mein erst-semestriger Freundeskreis besteht oder bestand fast ausschliesslich aus Europäer: Franzosen, Deutsche, Türken, Finnen, Malaysierinnen und einige Kiwis. So stehen die Chancen doch ziemlich hoch, dass sich ein Wiedersehen einrichten lässt! Dies ist wohl die Schattenseite eines Studentenaustauschs…

Zumindest wird Memo im Januar zurück sein und wir werden dann eine WG gründen!

Mein Leben ausserhalb des Studiums!

Da ich weder meine Familie, Freundeskreis, noch irgendwelche Verpflichtungen (wie Job oder Unimeisterschaft) in Auckland mit dabei hatte, haben sich die vergangen Monate ums Wirtschaftsstudium und ums Pflegen von Freundschaften gedreht. Und das war auch super so! Wie die meisten wohl wissen, bin ich dem Ausgang nicht sehr abgeneigt… Und so konnte ich meine täglichen 24h auf diese beiden Tätigkeiten aufteilen. Klar, das Studium hat mir sehr Spass bereitet, doch als sehr kontaktfreudiges menschliches Wesen hat mir das Pflegen von Freundschaften sehr zugetan. Unter anderem auch das Besuchen von Bars, Pubs und Clubs. Zu meiner Verteidigung muss ich aber erwähnen, dass meine studentische Pflichten und Leistungen nicht unter meiner zweiten Haupttätigkeiten gelitten haben… ;-)

Nun, ich war anfangs November mit meinem Semester fertig. Ich habe anschliessend mit Juha, meinem ehemaligen finnischen Wohnungsgenosse und der Schwester einer schwedischen Austauschstudentin eine 3-tägige Tour in den Norden der Insel gemacht. Auf dem Programm stand Sandboarden auf 80m hohen Sanddünen sowie ein Besuch des nördlichsten Punktes der Insel. War eine super Tour und hatten viel Spass. Auch wurde mein Van ein erstes Mal meinerseits getestet… Und er wurde für sehr gute befunden, was natürlich Lust auf mehr gemacht hat! Zurück in Auckland gings einige Tage später auf den zweiten 3-tägigen Roadtrip. Diesmal hiessen die Destinationen Taupo und Rotorua. Mit dabei waren Juha und sein zu besuch weilender Kollege. Das Highlight dieser Tour war wohl das Baden in einem leicht versteckten natürlichen Pool, in welchem das Wasser gegen 40 Grad warm ist. War genial!

Am 20. Novemeber habe ich mein Zimmer abgegeben und die Stadt Auckland verlassen. Seither lebe ich in meinem Van und habe mich bereits bestens daran gewöhnt. Schliesslich habe ich mich zu Beginn der Reise auch mit allem Nötigen ausgerüstet und kann während Tagen völlig unabhängig leben. Meine ersten Reisetage habe ich in der Coromandel Halbinsel verbracht und grösstenteils wild campiert. Ich habe bewusst die Ruhe und einsame Buchten gesucht und einfach „ein bisschen zu sein“. Nach den vielen Erlebnissen in Auckland, haben mir diese ruhigen Tage sehr gut getan. Ich habe jeweils von Tag zu Tag entschieden, wie meine Reise weitergehen soll. Ich musste spätestens am 7. Dezember in Christchurch (Südinsel) eintreffen, da Wulli im Verlaufe des späteren Nachmittags landen würde. Von Coromandel aus bin ich der Ostküste der Nordinsel in Richtung Süden gefolgt und bin jeweils beim Rauschen der Brandung eingeschlafen. Weit und breit hatte es keine anderen Menschen. Nur mein Van und ich! In Mt Maunganui habe ich noch Freunde aus Auckland für 2 Tage getroffen. Ansonsten habe ich die ganze Reise alleine bestritten. Auch die Wettergötter haben sich von ihrer angenehmen Seite gezeigt. Viel Sonnenschein, kühle Temperaturen während der Nacht. Der einzige Wehmutstropfen waren die teils starken Winde, welche mich, nach Sonnenuntergang, in den Van, und folglich an die Wärme, „geblasen“ haben. Bevor ich die Fähre auf die Südinsel genommen habe, verbrachte ich 2 Tage in Wellington und genoss das städtische Treiben sowie einen Besuch im genialen Nationalmuseum, in welchem ich das Zeitgefühl total verloren habe.

Die Ankunft der Eidgenossen

Anschliessend gings dann ziemlich direkt nach Christchurch, wo ich Wulli und 2 Tage später Büchi empfangen habe. Habe mich auf ihren Besuch sehr gefreut und ich fühle mich äusserst geehrte, dass sie mich mit ihrer Präsenz beehren. Seit dem 10. Dezember bin ich nun mit den beiden Herren unterwegs. Soweit haben wir eine super Zeit verbracht. Ihre Ankunft und ihren Einzug in den Van hat diesen total auf den Kopf gestellt. Vor lauter Gepäck und Kleider sind die Sitze und das Bett kaum mehr zu identifizieren… J Nee, so schlimm ist es doch nicht. Jedenfalls ist das Bett für drei Prachtskerle zu klein. Da Wulli der kleinste der drei grossgewachsenen Herren ist, hat er sich freiwillig gemeldet, im Schlafsack eingerollt auf dem Boden des Vans zu schlafen und so verkriecht er sich allabendlich bis zur Brust unter dem bequemen Bett. Spätestens nach Büchi’s Abreise wird er wohl den Aufstieg aufs bequeme Bett hinkriegen… J

Nun, seit Christchurch haben wir Mt Cook besucht, sind von Dunedin der Küste entlang nach Invercargill gereist und sind am Donnerstag in Te Anau angekommen. Wir haben wunderschöne Landschaften durchquert, Ausschau nach Schafen, Kühen, Pinguinen, Robben, und Seevögel gehalten (und auch welche erspottet). Das Landschaftsbild ist geprägt von Wiesen und Wäldern in jeglichen vorstellbaren Varianten der Farbe Grün (übrigens, bin also doch nicht so stark farbenblind…), verschneiten Bergspitzen, türkisblauen Seen, wilden Küsten und kilometerlangen flache Sandstrände. Wir können uns über die uns geboten Vielfalt nicht beklagen.

Am Samstag stand ein Tagesauflug zum Doubtful Sound auf dem Programm, heute fahren wir zum Milford Sound, wo wir am Montag eine mehrstündig Bootsrundfahrt machen werden. Anschliessend fahren wir via Queenstown und über den Haast Pass an die Westküste und folgen ihr bis in den Norden. Ende Monat fliegt Büchi zurück in die Schweiz, Wulli und ich nehmen die Fähre nach Wellington und dann freuen sich Wulli und ich auf die Neujahrsparty in kurzen Hosen, T-Shirt und Sonnenbrand in Gisborne… Übrigens, Gisborne ist die erste Stadt weltweit, die jeden Tag als erste Sonnenlicht erblickt!

Varia

Der Sportteil der neuseeländischen Presse ist so unspannend wie Kurt Wenger’s Deutschlektionen… Leider fehlt mir einfach ein „Schiffliversenker-Mitspieler“… Könnte mich jedoch eher für Cricket, Hunde- und Pferderennen begeistern, als ein zweites Mal seinen Unterricht zu besuche. Ausser die griechischen Stücke über die weibliche Wolllust!

Weihnachtsstimmung kommt (noch) nicht auf. Bei Sonnenschein und kurzen Hosen sind Songs über weisse Weihnachten eher unpassend…

Übrigens, mein Van erfreut sich bester Gesundheit. Bisher war ich mit ihm ein einziges Mal in ambulanter Behandlung. Ausserhalb des kleinen Dorfes Matata hatte ich einen platten Reifen. Da in der Gegend mein Natel keinen Empfang hatte und meinen Wagenheber zu klein ist, musste ich zurück ins Dorf laufen und meine Versicherung anrufen. Ein von der Versicherung gestickter Pannedienst hat mir dann den Reifen gewechselt und ich konnte voller Taten- und Entdeckungsdrang weiterfahren. Bin seit dem Kauf mehr als 6'000 km gefahren… Keine Blechschäden, keinen Unfall, keine speeding tickets, jedoch 2 parking tickets…

Advent

Falls sich bis Weihnachten keinen Eintrag mehr findet, wünsche ich/wir Euch allen ein frohes und weisses Weihnachtsfest mit Familie und Euren Freunden sowie en guete Rutsch!!! Möge Euch das neue Jahr ebensoviel Freud bereiten wie das Vergangen!



Port Jackson
Port Jackson
Cathedral Cove
Mt Maunganui
next to East Cape
Sunset in Gisborne
Sunset in Gisborne
Wellington
Wellington
Wellington by night
on the countryside

Toscana in New Zealand?
unser erstes Nachtlager
unser erstes gemeinsames Nachtessen on the road
Lake  Tekapo
Mt Cook
Mt Cook
einer von vielen Leuchttuermen
typisch Wald in New Zealand
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Riverton
Doubtful Sound
Doubtful Sound
Fur seals in Doubtful Sound
Doubtful Sound

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