Friday, August 18, 2006

 

Wanderschuhe, Eispickel und Steigeisen!

So, mittlerweile hat mich das Leben in New Zealand fest im Griff und mein Tagesablauf hat auch feste Strukturen angenommen. Diese sind hauptsächlich von meinem Studium geprägt. Ich habe 11h Stunden Vorlesungen pro Woche und nie vor 12 Uhr, ausser Freitagmorgen um 8 Uhr… Bereits in dieser kurzen Zeit hat sich mein Körper auf die neue Situation bestens eingestellt. Aufstehen vor 9 Uhr? Was für ein Kampf… Noch versuche ich mich mit dem Gedanken „ich hatte eine strenge Zeit in der Schweiz“ zu entschuldigen, aber wie lange kann ich diese Meinung noch glaubwürdig vertreten. Wohl nicht mehr lange… Zurzeit ist mein Studium geprägt vom Schreiben diverser Reports. Diese umfassen jeweils einige Tausend Wörter. Eigene Meinungen sind im Report nicht gefragt und ich muss mich mit verschiedensten Definitionen, Modellen, etc. befassen. Eine für mich neue Erfahrung, und wohl auch sehr lehrreiche.auckland downtown


Das erste August-Weekend haben wir (10 exchange students) in der Umgebung von Lake Taupo verbracht. Wir haben uns 2 Autos gemietet und sind am Freitagabend nach Turangi gefahren. Mathis, weist Du Dich noch die „Schwierigkeiten“ mit Blinker und Scheibenwischer… :-) Ist mir wieder einige Male passiert… Alexander, einer von vielen Deutschen exchange students, hat das Weekend für uns organisiert. Wir anderen hatten keine Ahnung, was uns an diesem Weekend erwarten wird. Als wir am Freitag kurz vor Mitternacht (nach 5h Autofahrt) in Turangi eintrafen, waren wir ziemlich müde. Kurz bevor wir in die Schlafsäcke stiegen, informierte er uns knapp (er wusste selber nicht mehr): Um 6 Uhr aufstehen, eine Stunde später wird uns ein Bus abholen und es stehen uns 8h „laufen“ bevor. Und wir sollten Verpflegung mit uns führen… Ja, guten Mutes warteten wir um 7 Uhr auf den Bus. Mt Ngauruhoe
Als wir dann in den Bus einsteigen wollten, hat uns der Fahrer aber ans Backpacker angegliederte Sportgeschäft geführt… Rund eine Stunde später, mit gleich viel/wenig Informationen und Eispickel, Wanderschuhen und Steigeisen ausgerüstet, bestiegen wir den Bus und los ging die Fahrt. Am Ziel angekommen (Bild mit der Gruppe), hat sich unser Begleiter aus dem Sportgeschäft vorgestellt. Ben, ein 30-jähriger Engländer, werde unser Instructor, und nicht etwa unser Guide auf den kommenden 8h sein. Er kenne den Weg, habe aber keine Ahnung, wie das Wetter sich im Verlaufe des Tages entwickeln werde. Und die Prognosen habe er auch nicht konsultiert.
Im Winter macht er mit Touristen den Tongariro Crossing Hike und im Sommer kastriert er Schafe… Wow, Ziel muss man im Leben haben… In den ersten 4h haben wir rund 1000 Höhenmeter erklommen, bevor wir auf dem zweiten Teil des Hikes dieselben Höhenmeter wieder heruntergestiegen sind. Wir haben unsere Ausrüstung benötigt, haben wir doch den Grossteil der Wanderung im Schnee verbracht. Unsere Gruppe, noch guten Mutes... Und wir sind öfters bis zur Hüfte im Schnee eingesunken. Es soll eine wunderbare Wanderung sein, doch nach wenigen Minuten wandern haben Wolken und Nebel unsere Sichtweite massiv reduziert und wir verbrachten die restlichen Stunden in der grauen Suppe. Werde im Sommer zurückkehren und es nochmals machen, denn man solle Ost- und Westküste sehen! Am Sonntag sind unsere weiteren Pläne dem heftigen Regenfall zum Opfer gefallen und wir haben uns folglich auf die Heimreise gemacht.Tongariro Crossing Track

Diese Weekend steht der Rugby Klassiker New Zealand vs. Australia auf dem Programm und das Spiel findet in Auckland statt. Leider ohne mich, denn bei meiner Ankunft war das Spiel bereits ausverkauft. Um die Worte eines Dozenten zu gebrauchen: bei einer Niederlage der All Blacks werde sich halb New Zealand von den Klippen stürzen… Ich freu mich jedenfalls auf das Spiel! Und am Sonntag findet unser traditionelles Fussballspiel im nahen Stadtpark statt. Wir, zwischen 3 und 10 students, gehen einmal pro Weekend in den nahen Park und nach rund 10min findet man sich jeweils in einem Team (à 11 bis 15 Spieler) wieder. Und nachdem ich für 20 CHF Fussballschuhe gekauft habe, kann ich meine Waffe „Blutgrätsche“ auch bestens einsetzen :-) Im Park hat es mehrere nebeneinander liegenden Feldern: auf dem einen Feld spielen die Ausländer Fussball, auf dem anderen die Kiwis Rugby.

Übrigens, der Taiwanese hat seine Stimme deutlich gesenkt und ich komme nun öfters zu meiner Nachtruhe. Jedoch bevorzuge ich nach wie vor die Südanflüge über Oerlikon… :-)



das isch s’wieder gsi mit trix u gäx,
tschau zäme!

Comments: Post a Comment



<< Home

This page is powered by Blogger. Isn't yours?